NBA Power Ranking (Stand 07.09.2020)

Die zweite Runde der NBA Playoffs 2020 ist in vollem Gange. Einige Serien laufen wie erwartet, andere sind voller Überraschungen. Das Besondere dieses Jahr: Einen glasklaren Favoriten scheint es nach wie vor nicht zu geben. Um euch ein bisschen Einordnung zu bieten, haben wir an dieser Stelle für euch unser TTG Power Ranking aufgestellt, das in (un)regelmäßigen Abständen aktualisiert wird. Darin fließen mittlerweile natürlich ausschließlich die Leistungen der ersten und zweiten Playoffrunde ein. Alles kurz und knapp und gelegentlich auch mal ausführlicher im Podcast.

+4

1. Miami Heat (3–1) 

Wer hätte das gedacht? Die Heat führen souverän 3:1 gegen unfassbar enttäuschende Bucks. Jimmy Butler hat seine Form wiedergefunden und ist der beste Spieler der Serie, Goran Dragic ist nach wie vor in der Form seines Lebens und Bam liefert von allem einiges. Starke Teamdefense, vor allen gegen Giannis, den die Heat bestmöglich aus der  Zone raushalten, tut ihr übriges. Haben wir die Heat alle unterschätzt?

+1

2. Houston Rockets (1–1)

Die Rockets klauten Spiel 1 der Serie gegen die Lakers und zeigten auch gleich, warum sie ein fieses Matchup sind für LeBron & Co. James Harden ist nicht zu halten, Westbrook kommt langsam wieder auf Touren und der Skillball der Rockets ist für die Lakers schwer zu verteidigen. Im Gegensatz dazu machen sich die beweglichen Wings der Raketen defensiv ziemlich gut und verteidigen auch trotz Größennachteilen clever. In Spiel 2 reichte ein 21-Punkte-Comeback nicht mehr für den Sieg.  Erleben wir hier vielleicht doch noch den Siegeszug von „Moreyball“?

+3

3. Los Angeles Clippers (1–1)

Gefühlt immer noch im Coast-Modus unterwegs. Wenn Kawhi rund läuft, ist kein Kraut gegen die Clippers gewachsen. In Spiel 2 lief bei Kawhi wenig zusammen, schon war’s insgesamt zu wenig. Dennoch: Die Clips verteidigen (wenn motiviert) beinhart und haben vorne gefühlt 1000 Wege zu scoren. Pat Beverley ist zurück und zeigt direkt, warum er so wichtig ist für das Team. Gegen notorisch defensivschwache Nuggets dürfte trotz gelegentlicher Nachlässigkeiten nichts anbrennen. 

-3

4. Toronto Raptors (2–2)

Zu Beginn der Serie von extrem fokussierten Celtics komplett überrumpelt, haben sich die Raptors mittlerweile gefangen und die Serie durch das eine oder andere Adjustment von COTY Nick Nurse ausgeglichen. Kyle Lowry ist unbestritten der Leitwolf, Fred van Vleet ergänzt den starken Backcourt und nicht nur Ibaka und OG zeigen eindrucksvoll, warum die Dinos als eines der tiefsten Teams der Liga gelten. Der Dreier fällt (noch) nicht, die Offensive rumpelt – die beste Defensive der Liga greift aber wieder. Das Momentum liegt nach 2 Siegen in Folge nun auf Seiten der Kanadier.

-2

5. Boston Celtics (2–2)

Zwei Spiele lang jede Antwort gehabt, bevor die Raptors überhaupt die richtige Frage stellen konnten, mussten die Cs zuletzt zwei Niederlagen einstecken. Tatum und Kemba gehen voran, Jalen Brown und Marcus Smart halten die Defense zusammen und insgesamt zeigen die Celtics eine sehr ausgeglichene Teamleistung. Der Ausfall von Hayward macht sich aber langsam bemerkbar. Können die Cs noch ne Schippe drauf legen in der Offense? In Spiel 5 wird es wichtig sein das Momentum wieder an sich zu reißen und die dritte Niederlage in Folge zu verhindern.  

+2

6. Los Angeles Lakers (1–1)

Die Lakers treffen von draussen einfach nach wie vor kein Scheunentor, auch wenn die Zahlen in Spiel 2 schon deutlich besser aussahen. Gegen ballernde Rockets ist das natürlich ein Problem. Das Matchup gegen klein spielende Raketen scheint ihnen zudem gewisse Probleme zu bereiten. Zur Erinnerung: Die produktivsten Rollenspieler LAs sind Bigs. AD und LeBron hatten zu wenige FGAs in Spiel 1, das musste sich natürlich ändern. Die Lakers gewinnen nur über ein am Anschlag spielendes Star-Duo. In Spiel 2 war die zweiköpfige Hydra dann kaum zu halten – aber ist das genug über eine ganze Serie?    

                                  +0

7. Denver Nuggets (1–1)

Die Nuggets haben ein großes Problem: Die Clippers verteidigen (im Gegensatz zu den Jazz in der ersten Runde). Jamal Murrays Punkteschnitt ist folgerichtig direkt um 12,1 Punkte auf ein normales Maß gefallen. Auch Nikola Jokic – obwohl nicht mehr direkt gegen einen DPOY-Kandidaten antretend – tut sich augenscheinlich schwerer. Die Clippers und Kawhi hatten einen Abend zum vergessen in Spiel 2 – das wird in der Form nicht wieder vorkommen. Zweitrundenaus in 5-6 Spielen incoming.  

+0

8. Milwaukee Bucks (1–3)

Wenn man den Reaktionen auf Twitter Glauben schenken möchte, ist Giannis schon so gut wie weg. Middleton ist Topscorer der Bucks, Giannis spielt nur 35,7 Minuten, Brook Lopez tut sein bestes, vom Rest kommt aber viel zu wenig. Die Offensive ist zu einfallslos und statisch, der Ball läuft nicht, es gibt nur wenig Bewegung offball und Pull-Up-Dreier können nicht heilen, was andernorts fehlt. Die Defense der Heat scheint zu clever, Giannis kommt nicht in seine Spots und ist folglich ineffizient wie selten. Middleton hat mit einem individuellen Kraftakt in Spiel 4 den Sweep verhindert – das wird das Pendel aber wohl nicht mehr rumreißen. Noch nie hat ein Team in den Playoffs einen 0:3 Rückstand aufgeholt und die Serie noch gewonnen. Erleben wir hier den harten Fall eines Favoriten? 

-1

9. Utah Jazz (ausgeschieden)

Donovan Mitchell hat mit mehreren 40+-Spielen die Serie seines Lebens gespielt und gezeigt, dass er in die Riege der Top-Spieler der NBA gehört. Mike Conley ist erfreulicherweise zurück und die Jazz haben sich ein knallhartes Shoutout mit den Nuggets geliefert. Dass beide Teams erst im letzten Spiel auf die Idee gekommen sind zu verteidigen, dürfte auch das Problem an der Sache gewesen sein und bei den Jazz zudem eine sehr negative Überraschung. Nächste Saison könnte auch mit einem fitten Bogdanovic mehr gehen. 

-1

10. Oklahoma City Thunder (ausgeschieden)

Die schlechteste Offense der Bubble hat die klar favorisierten Houston Rockets mit knallharter Defense und einem dynamischen Guard-Trio an den Rande einer Niederlage gebracht. Die Überraschung der Serie: Durchstarter Luguenz Dort und seine Duelle mit James Harden. Die Thunder haben massig Picks, Verträge und und Möglichkeiten, um das Team für die kommende Saison zu verstärken. Es wird spannend im mittleren Westen – die Zukunft sieht rosiger aus, als noch m letzten Sommer erwartet.

+0

11. Dallas Mavericks (ausgeschieden)

Luka Doncic hat mal wieder gezeigt, dass er in ein paar Jahren der beste Spieler der NBA sein könnte. Mit unglaublichen Leistungen, einem Schnitt nahe am 30-Punkte-Triple-Double und einem Gamewinner für die Ewigkeit hat er die Mavs fast im Alleingang über 6 Spiele am Leben gehalten und ihnen in der Regulär Season eine historisch gute Offense „spendiert“. Ohne den verletzten Porzingis sowie die anderen Verletzten und ohne nennenswerte Team-Defense war nichts zu holen gegen starke Clippers. Die Zukunft lässt Mavs-Fans aber entspannt lächeln. 

-3

12. Portland Trail Blazers (ausgeschieden)

Die Blazers haben den Lakers ein Spiel abgerungen – alleine dafür gebührt schon Respekt. Trotz einer Defense wie ein Schweizer Käse konnte man LeBron zwei Spiele lang unter 20 Punkte halten. Damian Lillard wurde von den Lakers allerdings halbwegs gut im Zaum gehalten, womit insgesamt einfach zu wenig am Start war gegen King James, AD und Co. Ein gewohnt ineffizienter Melo konnte trotz 15 Punkten im Schnitt nicht kaschieren, dass der Flügel dünn ist wie ein Kaffee in einem Motel. Den Kader in der Offseason zu verstärken gleicht ob der finanziellen Situation der Blazers einer Herkulesaufgabe.     

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